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Es gab mal eine Zeit, in der ich recht wild auf das Züchten der vielen verschiedenen Fellfarben war und auch ein großer Fan der Langhaarigkeit beim Dalmatiner. Noch immer bin ich der Überzeugung, dass das Züchten einer nicht standartisierten Fellfarbe keine negativen Auswirkungen auf die  eigentliche Rasse hat es sei denn, dass es eine Fellfarbe ist die nachweislich gesundheitliche Probleme mit sich bringen kann wie z. B. das Blau  beim Damatiner. Blau entsteht ursprünglich aus schwarz und wird durch ein dilutes Gen im Hund aufgehellt. Dieses Aufhellungsgen bringt u. A. nachweislich  Hautprobleme mit sich und sollte aus diesem Grund nicht explizit gezüchtet werden. Dies gilt nicht nur für den Dalmatiner sondern auch für andere  Hunderassen die in Blau gezüchtet werden aber das steht auf einem anderen Blatt und muss jeder Züchter für sich selbst entscheiden. Die anderen Fellfarben bringen keine bis jetzt wissenschaftlich belegten Schädigungen mit sich und sind dementsprechend nur reine  „Geschmackssache“. Nichts destotrotz musste ich die letzten Jahre mit ansehen, dass geradezu ein Lemon-Boom entsteht und es mittlerweile egal  zu sein scheint, wie die passenden Elterntiere hierzu aussehen und ob sie nach sonstigem Erscheinen wenigstens dem Rassestandard entsprechen, egal ob sie nur genotypisch oder eben phänotypisch gelb sind. Leider kann ich hierzu nur mit dem Kopf schütteln und bin sehr enttäuscht, dass nicht dahingehend wenigstens auf Kompatibilität geachtet wird. Da werden wenigstens Lemonträger miteinander verpaart, i. d. Erwartung es gibt endlich  gelben Nachwuchs und es ist eigentlich Wurst ob der Nachwuchs irgendeiner Form des Standards entspricht: er wird so oder so später zur Zucht  eingesetzt, denn er ist ja gelb und muss seine Gene weiter vererben.
Stattdessen werden derzeit lemonfarbene Zuchttiere miteinander verpaart, die meiner Meinung nach überhaupt nicht zueinander passen und auch  sonst optisch sowie auf dem Papier nicht so den tollen Eindruck machen. Zu viele und unregelmäßig kleine Tupfen, sogar mit two-tone Spots, das  Gelb sieht teilweise wischi-waschi und etwas dreckig aus, Gebäude beider Eltern so lala oder sogar mangelhaft und teilweise nicht vollzahnig.  Warum frage ich mich an dieser Stelle ? Eine ordentliche Zuchtsubstanz zu erzielen braucht seine Zeit und ein gutes Auge. Aber es hat den  Anschein, als hätten einige Züchter keine Zeit und verpaaren auf Teufel komm raus nur um der Nachfrage von „gelb“ gerecht zu werden während das Gesamterscheinungsbild der Nachkommen auf der Strecke bleibt. Ebenso verhält es sich mit der Langhaarigkeit. Da es in Deutschland keinen natürlichen Ursprung dieser Fellvariante gibt, muss man schon  auf  anderen Kontinenten stöbern. Da bieten sich die USA an, denn dort gibt es schöne Exemplare mit guten Pedigrees, allerdings ist züchterisch da nur schwer heranzukommen. Selbstverständlich gibt es auch Kennel in Amerika, die ihre Langhaardalmatiner an Züchter verkaufen, doch auch hier  muss man, bevor man sich solch einen Exoten in die Zucht holt, genauestens recherchieren, welche Krankheiten in der Linie schlummern könnten,
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Mit Erschrecken muss ich feststellen, dass die derzeit sich im Umlauf befindlichen lemonfarbenen Zuchttiere nur teilweise dem Rassestandard  entsprechen und meinen Vorstellungen noch weniger. Tatsächlich gibt es nur zwei Rüden die sowohl optisch als auch auf dem Papier eine  ausgesprochen gute Figur machen. Einer kommt aus der Zucht vom Hof Silbereck und heißt Amarello Sundancer. Ein wirklich wunderschöner Rüde, tolles Pigment, klare Tupfen, ein großartiges Gebäude, vollzahnig und eine sehr schöne Ahnentafel (VDH). Der andere Rüde stammt aus der Zucht COF Spots und heißt Yellowstones RIP. Auch er ist ein wunderschöner Rüde. Besonders schön finde ich seine großen Tupfen und sein  orangefarbenes Pigment. Auch er hat ein tolles Gebäude und dazu ist er noch langhaarig. Seine Ahnen sind zudem komplett blutfremd zu unseren  Europäern und er ist vollzahnig.
wie z. B. die Kupferspeicherkrankheit oder Knickruten. Also verhält es sich so, dass Langhaardalmatiner importiert werden und dann eigentlich alles aus diesen Hunden an  Langhaaarträgern in die Zucht aufgenommen wird, egal wie schrecklich die Hunde aussehen oder was sie vererben. Es gibt aber auch Züchter, wie die Zucht COF Spots, die ordentlich recherchieren bevor sie sich Exoten wie tricolor und langhaar ins Rudel holen und das Gesamtergebnis lässt sich wirklich sehen. Besonders traurig finde ich daran, dass ja viele Züchter die sich für die Erhaltung und die Vielfältigkeit dieser Rasse einsetzen der Meinung sind, tatsächlich „gute Züchter“ zu sein. Sie kaufen und züchten andersfarbige Dalmatiner und sind nun total seriös und besser als z. B. VDH Züchter, weil die das nicht machen. Aber im Grunde haben sie von richtig guter Zucht nicht den Hauch einer Ahnung, da sie nur wild umher vermehren um möglichst schnell ihre Ziele zu erreichen. Auch ich hatte einmal die Gelegenheit „gelb“ mit in die Zucht aufzunehmen, habe mich jedoch dagegen entschieden und bin bis heute froh diese Entscheidung getroffen zu haben was aber nichts mit der gelben Farbe zu tun hatte sondern eher mit dem Gesamtergebnis. Es ist halt nicht alles Gold was glänzt…
Fehlfarben